Fidèle au public comme Mireille

leclerq-3640795Pendant des années, elle a fait tourner les manèges. Loin des projecteurs de la télévision, c’est sous l’éclairage beaucoup plus vif d’un supermarché de Clermont-Ferrand qu’Evelyne Leclercq a retrouvé son public.  Arborant un grand sourire, l’animatrice s’est prêtée volontiers au jeu des photos. Au rayon des fruits et légumes, l’ancienne speakerine était à son aise et n’a pas ménagé ses efforts pour répondre aux nombreuses sollicitations des clients.

« J’ai toujours fait des animations parce que les gens sont demandeurs. Ils ont envie de nous voir en vrai. C’est pourquoi nous avons toujours été invités comme mes amis Danièle Gilbert, Denise Fabre, Michel Drucker, Patrick Sébastien. On a tous fait ça. Maintenant, ils ne le font plus parce qu’ils n’ont plus envie mais moi ça ne me dérange pas du tout, au contraire », explique Evelyne Leclercq. L’animation a toujours fait partie de sa vie, insiste-t-elle.
« J’ai passé ma vie dans les foires, les hyper-marchés, j’ai présenté des spectacles de variétés…  J’ai toujours été à la rencontre de mon public, comme dirait Mireille Mathieu» confie-t-elle. « Mon métier je le conçois comme ça, auprès des gens, sinon ça vaut pas la peine, il faut faire autre chose, faut rester dans un bureau », sourit-elle.

Source : France 3 – Régions.fr

On a beau aimer son public et lui dire merci cent mille fois…
Le plus important à trouver est…

 

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Wolfgang. – « … et je ne peux que dire: Merci cent mille fois… il n’est rien presque rien, que je n’ai pas… »
Pour moi LA chanson exemplaire de la reconnaissance.
Merci à la vie.
N’oublie jamais tout ce que tu as… tout le bonheur d’être en vie… d’être bien entouré… d’avoir la musique et le soleil…
Merci pour ces idées. Une très belle chanson, interprétée magistralement par Mireille, qui probablement ressent aussi cette reconnaissance…

«… und ich kann nur sagen: Merci hunderttausend Mal… da ist nichts, beinah’ nichts, das ich nicht hab’… »
Für mich eines DER Lieder der Dankbarkeit…
Danke an das Leben.
Vergiss niemals, all das was Du hast… das Glück zu leben… das Glück Freunde zu haben… die Musik und den Sonnenschein…
Danke für diese Gedanken. Ein sehr schönes Lied, das Mireille sehr überzeugend interpretiert, weil sie wohl auch diese Dankbarkeit verspürt… (Wolfgang)

Mireille Mathieu et la chanson allemande

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Les Allemands ne sont certainement pas les plus grands faiseurs de hits au monde mais le pays compte tout de même quelques gros succès internationaux à son actif, des artistes cultes et de référence qui ont marqué l’histoire de la musique de ces dernières décennies.

Beaucoup de grandes vedettes francophones des années 60 et 70 ont adapté leurs chansons en allemand. Pas pour la beauté de la langue de Goethe, évidemment, mais pour des raisons bien plus prosaïques. L’amie Mireille Mathieu n’a pas dérogé à la règle et est même devenue une grande star en Allemagne, encore régulièrement invitée dans les émissions de variétés. On vous régale ici avec un petit medley des ses chansons en version teutonne, lors d’une Schlager party en plein air à l’ambiance de feu. Ca dure plus de dix minutes mais quand on aime, on ne compte pas.

Source : La Libre – ISABELLE LEMAIRE Publié le 

Alle lieben Mireille Mathieu

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(Von Regina Goldlücke – RP.online)

Düsseldorf. – Sehr viele Herren sind da. Gerne paarweise und mit Blumen, Maiglöckchen und Rosen, in üppigen Gebinden. Sie werden im Laufe des Abends ihren Bestimmungsort finden: auf der Bühne, in den Händen von Mireille Mathieu. Noch herrscht gespannte Erwartung in der Tonhalle. Die Musiker huschen im Halbdunkel herein. Trommelwirbel und aufbrandende Klänge, bis der Star kommt und das Publikum sich unter lautem Jubel erhebt. Was für ein Empfang!

Dann wird es hell. Mireille Mathieu steht im Licht und lächelt glücklich, ihre Augen schimmern. Sie beginnt ihr Konzert mit der beseelten Hymne « Il faut croire ». Die Stimme glasklar, das kleine Schwarze mit dezentem Glitzer, die Frisur seit über 50 Jahren unverändert. Genauso lange klebt auch das Etikett « Spatz von Avignon » an ihr. Tatsächlich scheint die Zeit über die Sängerin (72) hinweggegangen zu sein. Wären da nicht die etwas schleppenden Schritte, das leichte Humpeln, man könnte sie für das Mädchen von einst halten, das dem braven deutschen Schlager mit « Martin », « Der Pariser Tango » oder « Hinter den Kulissen von Paris » französisches Flair einhauchte.

Mireille Mathieu tourt durch Deutschland, und all diese großen Erfolge singt sie auch jetzt, dazu das unverwüstliche « Akropolis adieu ». Aber sie mixt ihre Gassenhauer mit Chansons, die kraftvoll sind wie « Mon credo », die ergreifen wie die « Hymne à l’amour » und « Non, je ne regrette rien » als Hommage an Edith Piaf, mit der sie immer verglichen wurde. Bei « La Paloma adé » ahmen die Zuhörer die « wogende See » nach und wiegen sich im Takt. Sie mögen die Schnulzen « Santa Maria de la mer » und « Meine Rose soll dich begleiten », erkennen aber sehr wohl die hohe Qualität der Ballade « Une vie d’amour », die Mireille Mathieu einst mit Charles Aznavour sang.

Immer wieder Standing Ovations, Blumen, deutsch-französische Fähnchen und Geschenke – aus einer Tüte lugt ein Teddybär. Mireille Mathieu badet im Applaus, breitet die Arme aus, ruft « Dankeschön » und begeistert Lied für Lied mit enormer Energie. Sehr charmant gelingt ihr ein Medley, bei dem sie sich fix durch sechs Sprachen singt. Darunter Russisch, Japanisch, Chinesisch und Italienisch – dafür wählt sie das wunderbare « La liberta ».

Am Ende sagt sie: « Ich liebe Sie! » Und alle lieben Mireille.

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Patrick Lindner & Mireille Mathieu à Munich

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Herzliche Begegnung vor dem Auftritt:
Patrick Lindner begrüßt Mireille Mathieu mit einem Handkuss.
Foto: People Picture/Jens Hartmann

Im Deutschen Theater: Patrick Lindner trifft Mireille Mathieu

Patrick Lindner, 02.05.2018 – 08:24 Uhr

Mireille Mathieu gastiert im Deutschen Theater. Schlagerstar Patrick Lindner hat ihr begeistert zugehört – und die Sängerin für die AZ getroffen.

München – Diese Frau ist mir mein ganzes Leben lang, seit meiner Kindheit, immer wieder begegnet. Zuerst in den großen Peter-Alexander-Shows, als noch die ganze Familie zusammen vor dem Fernseher gesessen ist. Mein Vater war ein so wahnsinniger Fan von Mireille Mathieu, dass meine Mutter fast schon ein wenig eifersüchtig war (was sonst ganz selten vorkam).

Auch wenn man es ja fast nicht erzählen darf: Eine der ersten Platten, die ich vom eigenen Geld gekauft und in meinem Zimmer gehört habe, war von Mireille Mathieu. Darauf war der Song « Der Zar und das Mädchen » – und als ich den jetzt mit ihr live im Deutschen Theater erlebt habe, hatte ich Tränen in den Augen.

Wenn ein Künstler es schafft, das Publikum emotional so mitzunehmen, dass bei « Hinter den Kulissen von Paris » alles klatscht und schunkelt und im nächsten Moment bei einem französischen Chanson alle ergriffen und mit feuchten Augen lauschen, dann ist das eine Ausnahmeerscheinung auf der Bühne. Mireille Mathieu zieht die Menschen seit Jahrzehnten in ihren Bann. Mit ihrer Stimme. Und mit ihrem Können.

Mireille Mathieu: Eine Rampensau von Weltformat

Das hat sie dieses Mal wieder gezeigt. Gesanglich: einfach top! Auch wenn vielleicht die allerhöchsten Töne nicht mehr so sicher sitzen wie einst, spürt man: Sie gibt sich allergrößte Mühe und ist, auf gut Deutsch, eine Rampensau von Weltformat, ein Superprofi. Das gilt auch für ihr Orchester, drei Sänger und elf Musiker. Mireille in München – das erinnert mich zurück an die Zeit, als ich in der Küche vom Bayerischen Hof gearbeitet habe, in dem sie stets gewohnt hat bei ihren Gastspielen. Sie hatte immer dieselbe Suite im Palais Montgelas, ganz oben.

Es war ein wunderschöner Sommertag, ich kam gerade an bei der Arbeit, machte als erstes die Fenster auf – und sah, dass bei ihr oben alle Fenster offenstanden. Da dachte ich, « oh, Mireille Mathieu ist da! Jetzt mache ich ihr eine Freude » – und singe aus meinem Küchenfenster heraus: « Akropolis adieu, ich muss geeehn! » Das hallte so enorm im Innenhof, dass sie das oben natürlich hörte. Im nächsten Moment knallten – baff, baff, baff! – alle Fenster oben zu.

Daran muss ich oft zurückdenken. Damals hätte ich nie geahnt, dass ich die große Mireille Mathieu später einmal in meiner eigenen Fernsehshow als Stargast begrüßen kann. Das war ein Highlight, das mir klar gemacht hat, dass die Weisheit stimmt: Sei immer nett und freundlich zu allen Leuten, du weißt ja nicht, wo du ihnen nochmal begegnest.

Source : Abenzeitung-muenchen

Mireille Mathieu à Francfort (Frankfurt)

Mireille Mathieu beschenkt das Publikum in Frankfurt mit großen Gefühlen

VON MAXIMILIAN STEINER.
Eine künstlerisch nach wie vor makellos präzise Mireille Mathieu begeistert in der Jahrhunderthalle ihre Fans.

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Foto: Sven-Sebastian Sajak

Frankfurt. 

Ehre, wem Ehre gebührt: Noch bevor Mireille Mathieu die Bühne betritt, steht die Besucherschar in der Jahrhunderthalle von ihren Plätzen auf. Da erklingt gerade das ouvertürenhafte Intro des 14-köpfigen Orchesters, darunter auch vier Streicher, ein dreiköpfiger Chor, ein Akkordeonist sowie ein Querflötist. Auf der Videoleinwand flimmern Impressionen von der unglaublichen Wandelbarkeit der Mireille Mathieu. Ob Diva, Rotzgöre, Charlie-Chaplin-Clownesken oder auch ganz private Eindrück einer Audienz bei Papst Johannes Paul II. – die Mathieu versteht mit diesen Videoclips und Schnappschüssen viele zu überraschen. Ganz sicher jene im Publikum, die von Mathieu nur das Klischee kennen.

Ihre Karriere begann 1965. Sie war erst 19 Jahre alt – älteste Tochter eines Friedhof-Steinmetzes aus Avignon, 13 Geschwister. Manche in Deutschland haben von der französischen Chanson-Ikone nur eine Vorstellung: Roter Lippenstift zu Porzellan-Teint, dichte Augenbrauen unter dunkelbraunem Bob mit leichter Innenwelle sowie stets ein schwarzes Kleid auf Knielänge, so präzise wie die nach wie vor makellose Stimme – ein mittleres Tremolo und ein stark gerolltes R treffen auf punktgenaue Intonation über alle Tonlagen.

Wunderbare Beziehung

Auch in der nicht ganz ausgelasteten Jahrhunderthalle ruft Mireille Mathieu dieses Bild auf, wenn sie mit der Präzision einer atomgetriebenen Uhr den ersten Ton des Einstiegssongs „Il faut croire“ anstimmt. Allzu viele Worte wird die Mathieu nicht an ihr Publikum richten. Doch die wenigen zielen mitten ins Herz: „Wir haben seit Jahren eine wunderbare Liebesbeziehung miteinander“, erwidert sie die warmen Gefühle ihrer treu ergebenen Fangemeinde.

Von da an bestimmt der minutiös abgerufene Melodienreigen den Takt, nur noch selten unterbrochen von Worten der Umschwärmten. Längere Pausen zwischen den Liedern entstehen trotzdem. Verursacht durch opulente Geschenke an den Star. MM bedankt sich für jedes kunstvoll eingewickelte Blumengebinde, jede in einer Tragetasche übergebene Pralinenpackung oder was sonst noch so in den überreichten Päckchen stecken mag mit entwaffnendem Lächeln, raschem Händedruck und gewispertem Dankeschön. Gottlob steht der Grande Dame des französischen Gesangs ein Helfer zur Seite, der sie mitunter von der Last der Geschenke geradezu befreien muss.

In Sachen Musik bewerkstelligt Mireille Mathieu einen schwierigen Spagat. Anders als bei ihren Konzertauftritten in Frankreich, wo ihre zeitlosen Chansons das Repertoire dominieren, mischt sich im deutschsprachigen Raum jene einst von Komponist Christian Bruhn und Texter Georg Buschor ersonnene Kreuzung von schunkeligen Mitklatsch-Effekten und Franzosen-Klischees hinein, die erstmals 1969 für Hit-Ehren hierzulande sorgte.

Seither wissen die Deutschen über den treulosen „Martin“, das ewige „Tarata-Ting Tarata-Tong“ und das, was „Hinter den Kulissen von Paris“ steckt, Bescheid, können „Einen Sonntag in Avignon“ nachvollziehen und beherrschen die zickig-zackigen Schritte des „Pariser Tango“ aus dem Effeff. Eifrig applaudiert das Publikum nach jeder dieser Preziosen.

Kleine Weltreise

Eindeutig längeren Beifall ernten allerdings frühe Chanson-Klassiker wie „Una Canzone“ und das den zweiten Teil eröffnende „Mon Credo“. Gar stürmischer Donnerhall empfängt Mireille Mathieu, wenn sie von ihrem Jugendidol Édit Piaf die zeitlosen Evergreens „L’Hymne à l’amour“ und „Non je ne regrette rien“ interpretiert. Und noch intensiver gestaltet sich der Jubel bei den ganz leise nur zum Klavier gesungenen Balladen oder der kleinen Weltreise von „Etranger Medley“ mit auf Englisch, Chinesisch, Japanisch, Russisch und Italienisch Gesungenem. Verblüffung herrscht indes beim zünftigen Rock-Boogie „Ce n’est rien“ mit verzerrter E-Gitarre – das Metier beherrscht sie also auch. Tres bien! Noch eine Überraschung, als jemand die deutsche und französische Flagge überreicht und der Mathieu spontan ein „Ganz toll!“ entlockt.

Auf der Zielgeraden wird es dann noch einmal rührselig: „Maman la plus belle du monde“ widmet Mireille Mathieu mit tränenerstickter Stimme ihrer vor zwei Jahren im hohen Alter verstorbenen Mutter. Gleich danach schließt sich eine schwungvoll-fröhliche Mathieu in „Prends le temps“ an.

Danach geht die Sängerin minutenlang den Bühnenrand ab, schüttelt Hände, posiert für Selfies, gibt unzählige Autogramme. Von Handküssen unterfüttert beteuert sie „Ich liebe Sie – Je vous aime“. Bevor sich der Vorhang zum allerletzten Male senkt, gibt es noch einmal ein beschwingtes „Hinter den Kulissen von Paris“.

Source : Frankfurter Neue Presse

MM – Die Unveränderte

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Les articles relatifs à la tournée allemande de Mireille proviennent en grande partie de la presse allemande.  C’est pourquoi vous trouverez un widget « traducteur » dans la colonne droite de ce site.

Hamburg.Lange galt Mireille Mathieu als die Schlagervariante der großen Piaf, Jetzt wird sie bei ihrer Deutschlandtournee in großen Sälen gefeiert – als eine, die sich treu blieb.
(Von Dorothee Krings)

Mit energischen, etwas steifen Schritten tritt sie auf die Bühne, das schwarze Abendkleid kurz mit schillernden Pailletten, die Lippen glänzend rot. Applaus brandet auf. Mireille Mathieu hebt die Arme zur Weltumarmung, legt den Kopf in den Nacken und singt gleich eines dieser Lieder, die vom Glauben handeln, der stärker ist als die Angst – vom Glauben an sich selbst.
Und gleich ist da dieser entschlossene Ton, dieser Nachdruck auf jeder Silbe, dazu ihr gemeißeltes Vibrato. Jeder Takt ist der pure Wille, anzukommen bei den Leuten. Dabei stehen die ja längst, klatschen, winken, feiern ihren « Spatz von Avignon », die zierliche Frau aus Frankreich, die es allen gezeigt hat, die sich treu geblieben ist, die immer noch singt.
Mireille Mathieu (72) ist zurück. Als es im deutschen Fernsehen noch große Abendshows gab mit Moderatoren, die Anzug trugen, keine Turnschuhe, durfte sie nicht fehlen. Da sang sie auf Französisch und auf Deutsch, sagte der Akropolis adieu, La Paloma adé oder versicherte Chérie, wie gut es ihr geht durch die Liebe. Und ihr Akzent war so elegant wie ihre schwarzen Kleider. Und ihre Melodien waren mal wehmütig, mal heiter oder ein wenig verrucht: Mit Mireille konnte man flirten und tanzen, weinen, träumen, Spaß haben – stets mit einem gewissen Schick. Nie unter Niveau.
Doch galt sie immer als die Schlagerausgabe der wahren Chansonette, der singenden Tragödin Edith Piaf. Die Mathieu hat den Vergleich nie gescheut, hat die Lieder ihres Vorbilds gesungen, wieder und wieder die Geschichte ihrer Entdeckung erzählt, wie sie als Älteste von 14 Kindern einer Arbeiterfamilie schon mit 14 in die Konservenfabrik geschickt wurde, am Fließband die Lieder der Piaf sang, schließlich in einer Talentshow ihr Glück versuchte. Und gewann. Sie hatte diesen Glauben an sich, den sie ein Leben lang besingen sollte. Und sie hatte diese markante, warm vibrierende Stimme, die viel größer war als sie selbst.
Doch irgendwann hatte das Publikum keine Sehnsucht mehr nach Moulin-Rouge-Ausgelassenheit und Montmartre-Nostalgie. Es brauchte die Mathieu nicht mehr, um « hinter die Kulissen von Paris » zu schauen, man reiste jetzt selbst mal schnell dorthin zum Shoppen. Und auch die Sängerin war irgendwann erschöpft von all den Konzerten, Reisen, Fernsehauftritten – von der Figur, die sie geworden war.
Manche Sängerkarrieren enden an diesem Punkt, versickern im Treibsand der Zeit. Doch Mireille Mathieu hat sich und ihre Familie aus der Armut gesungen. Sie war die widerspenstige Kleine, die sich auf die Bühne wagte und den Melodien alles verdankt. Und so blieb sie ihnen treu und sang weiter und wird nun zum Ende ihrer Karriere von einer Welle aus Zuneigung, Bewunderung und Respekt getragen.
So singt sie auf einem der ersten Konzerte ihrer Deutschlandtournee in der Hamburger Elbphilharmonie. Und spricht hinterher freimütig darüber, dass dieser Ort ihr Angst eingejagt habe, weil die Elphi doch ein Haus der großen Klassik sei. Aber eigentlich will sie ja dorthin. Gerade arbeitet sie an einem Album mit Werken von Mozart, Schubert, Brahms, das noch in diesem Jahr erscheinen soll. Sie will es jetzt noch einmal wissen, endlich als ernsthafte Künstlerin gesehen werden, nicht mehr als die harmlose Ausgabe der Piaf.
Diese Energie spürt man in ihrem Auftritt. Da ist keine Erschöpfung, keine Nachlässigkeit. Jedes Lied soll groß werden. Und so spannt sie ihre mächtigen Crescendi wie Luftbrücken zum Publikum, lässt ihre Stimme weit ausholen, bis jedes Lied sich in ein kleines Finale tremoliert hat.

Manchmal kämpft sie dann am Ende des Songs, um die Höhe zu halten. Aber das schadet nicht, denn da singt eben keine perfekte Schlagermaschine, sondern eine leidenschaftliche Frau, die immer noch aussieht wie früher, singt wie früher – und damit Recht behalten hat.

So gibt es die treuen Fans, die nun mit ihr über die Zeit und den Wandel der Moden triumphieren. Sie stehen am Bühnenrand mit Rosengebinden, größer als die Sängerin, überreichen ihr Cadeaus mit glänzenden Schleifen, schwenken Frankreichfähnchen. Manche tragen lange Abendkleider mit Stola, andere Jeans mit kariertem Hemd. Jeder darf zur Mathieu-Familie gehören.
Nicole Kögler hat Rosen mitgebracht, eingewickelt in schwarzes Seidenpapier. Sie wird « 9 aus 12 » machen, erzählt sie – neun der zwölf Deutschlandtournee-Konzerte besuchen. Auch wenn Mireille am 4. Mai in der Düsseldorfer Tonhalle auftritt, will die Frau aus Baden-Württemberg dabei sein. « Weil sie diese Ausstrahlung hat », sagt Nicole Kögler, « und weil mich so viel mit ihr verbindet. » Seit 40 Jahren sei sie Fan, seit sie ein kleines Mädchen war und ihre Eltern Lieder der Französin auflegten. « Die großen Erfolge » war ihre Lieblingsplatte. Nicole Kögler ist Mathematiklehrerin, eine akkurate Frau, die an diesem Abend schwarzes Kostüm trägt, dazu die Haare sorgsam aufgesteckt. Sie nimmt dieses Konzert nicht nebenher mit, für sie ist es eine Feier. Etwas, das sie würdigen will. Etwas, bei dem die Form stimmen muss.
Dass sie die Liebe ihrer Fans spüre, wird die Mathieu später erzählen. Zwei Stunden Konzert und viele Zugaben liegen hinter ihr. Sie hat ihrem Publikum die Lieder ihres Lebens vorgesungen, hat gelächelt, hat Blumen in Empfang genommen, Hände ergriffen, mit ihren roten Lippen « Dankeschön » geformt. Und nun hat sie eine Sonnenbrille aufgesetzt, weil sie erschöpft ist und ein bisschen Abstand will zu den Journalisten, die nach ihrer Frisur fragen, nach Lampenfieber, dem Alter und wie sie ihm trotzt. Sie erzählt, wie schon oft, dass sie diszipliniert lebt, jeden Tag ihre Stimme trainiert, Fisch und Joghurt isst, versucht, viel zu schlafen. Ungefragt spricht sie auch von ihrer Mutter, die vor zwei Jahren gestorben ist, und als sie erzählt, dass die Musik ihr beim Trauern hilft, lässt sie die Stimme brechen.
Mireille Mathieu hat nie versucht, eine andere zu sein, als die Leute in ihr sehen wollten. Das hat sie Kraft gekostet, aber nun zahlt es sich aus. Die Leute feiern mit ihr ein Stückchen Unveränderlichkeit, ein wenig Konstanz in ihrem Leben. Und danken es ihr mit der Liebe, die sie so oft besungen hat.

Quelle: RP On Line (27.04.2018)
Article recommandé par Hans-Christian